Titel, Beschreibungen und Bilder kommen jetzt von TMDB. Dazu zwei Fehler, die erst das Zusammenspiel zeigte. **Der Anbieter steckt hinter einer Schnittstelle, und das ist kein Vorrat für einen zweiten.** Es geht darum, dass alles, was darauf aufbaut, *ohne Netz und ohne Schlüssel* prüfbar bleibt. Ein Projekt, dessen Tests einen fremden Dienst brauchen, hat am Ende keine Tests: sie scheitern, wenn das WLAN hakt, und irgendwann schaltet sie jemand ab. **Ein Fehlschlag bei TMDB ist kein Abbruch.** Kein Netz, Kontingent erschöpft, ein Anmeldeportal im Hotel-WLAN, das HTML mit Status 200 schickt — in allen Fällen bleibt der Titel beim Dateinamen und der Scan läuft durch. Die eine Ausnahme ist ein zurückgewiesener Schlüssel: „nichts gefunden" und „dein Schlüssel ist falsch" sehen in der Mediathek gleich aus, und ohne diese Unterscheidung sucht jemand stundenlang. Der Schlüssel steht im Scanbericht. **Der Schlüssel kommt nie wieder heraus.** Abgefragt wird nur, ob einer da ist — sonst gäbe die Oberfläche jedem Angemeldeten das TMDB-Kontingent des Betreibers in die Hand. Geprüft, dass er nicht einmal versehentlich im Antwortkörper steht. **Bilder holt die App bei Halo, nicht bei TMDB.** Sonst bräuchte sie Internet für ein Plakat, das zehn Zentimeter weiter auf der Platte liegt — und TMDB erführe, wer wann was ansieht. Der Schlüssel ist der Hash der Quelladresse, also lädt dasselbe Plakat nie zweimal. Dass daraus kein Weg ins Dateisystem wird, ist eigens geprüft: ohne die Formprüfung wäre `/api/v1/images/../../config/halo.db` ein Weg, die Datenbank samt aller Token-Fingerabdrücke herunterzuladen. --- **Der erste Fehler: nach dem Eintragen der Metadaten legte der nächste Scan den Film erneut an.** Zugeordnet wurde über den Titel — und den hatte TMDB gerade von „The Matrix" auf „Matrix" geändert. Beim übernächsten Lauf dasselbe noch einmal. Das ist die Sorte Fehler, die man erst nach Wochen bemerkt, wenn jeder Film fünfmal dasteht. Jetzt gibt es `ParsedTitle`: den Titel aus dem Dateinamen, der sich nie ändert, und nur der entscheidet beim Zuordnen. **Der zweite Fehler kostete 15 Minuten je Testlauf.** Zwei Tests löschen die Pfadvariablen, um den Rückfall auf die Voreinstellung zu prüfen — und liessen sie gelöscht zurück. Jeder danach gestartete Testserver fiel dann auf `<Projektverzeichnis>/data` zurück, und Dutzende Server teilten sich **eine** SQLite-Datei, auf die sie der Reihe nach warteten. Dazu wartete jeder Host beim Herunterfahren die vollen fünf Sekunden. Gefunden durch Halbieren, nicht durch Raten: einzeln war jede Testklasse schnell, zusammen nicht. Der Beweis lag am Ende als leeres Verzeichnis `src/Halo.Api/data` auf der Platte. **15 Minuten 32 → 49 Sekunden.** 180 Tests grün. Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
6.4 KiB
Halo-Server
Ein Medienserver, der dieselben Dinge kann wie Jellyfin — und zwei, die dort nicht gehen.
Stand: Stufe 2 von 5. Benutzer, Anmeldung, Einrichtung, und er liest den
Bestand: Dateien finden, Namen erkennen, Metadaten und Bilder von TMDB holen.
Abspielen kann er noch nicht — das ist Stufe 3. Der Entwurf samt Begründungen steht
in docs/superpowers/specs/2026-10-03-halo-server-design.md.
Warum
Download mit allen Tonspuren. Jellyfins Transcode-Endpunkt bildet eine Tonspur je Sitzung ab; was offline landet, ist einspurig, und welche Spur es ist, entscheidet der Server. Einmal war es die Audiodeskription — drei Gigabyte Mobilfunk für eine Datei, die niemand hören wollte.
Fortschritt ohne Schwelle. Jellyfin merkt sich unterhalb eines Mindestanteils gar nichts. Wer zehn Minuten sieht und abbricht, findet beim nächsten Mal keinen Anknüpfungspunkt.
Betreiben
cp docker-compose.example.yml docker-compose.yml
# Pfade anpassen — jeder darin ist ein Beispiel, keiner stimmt bei dir.
docker compose up -d
Dann http://localhost:8080 öffnen; der Einrichtungsassistent legt das erste
Administratorkonto an. Danach verschliesst sich dieser Weg von selbst.
Einstellungen
| Variable | Bedeutung | Voreinstellung im Image |
|---|---|---|
HALO_DATA |
Datenbank und Einstellungen. Das Einzige, was gesichert werden muss. | /config |
HALO_CACHE |
Bilder und Zwischenstände. Darf verlorengehen. | /cache |
HALO_TRANSCODE |
Kratzplatz fürs Umrechnen. Am besten auf eine SSD. | /transcode |
ASPNETCORE_URLS |
Worauf gelauscht wird | http://+:8080 |
TZ |
Zeitzone | UTC |
HALO_RATELIMIT_SIGNIN |
Anmeldeversuche je Minute und Adresse | 10 |
HALO_RATELIMIT_POLLING |
Nachfragen je Minute und Adresse | 120 |
Medienpfade stehen hier nicht. Sie werden in der Oberfläche als Bibliotheken angelegt und liegen in der Datenbank — sonst müsste der Container neu starten, um eine Bibliothek hinzuzufügen.
Rechte
Das Image läuft als 1000:1000, nicht als root. Gehören die eingehängten
Verzeichnisse jemand anderem, trage in der Compose-Datei
user: "<uid>:<gid>" ein (id -u und id -g auf dem Wirt sagen, welche)
oder übereigne sie mit chown.
Stimmt etwas nicht, bricht der Server beim Start ab und nennt Variable, Pfad, seine eigene Kennung und den nächsten Schritt. Das ist Absicht: ohne diese Meldung stünde dort nur „unable to open database file".
Hardware fürs Umrechnen
/dev/dri durchreichen — VAAPI deckt Intel wie AMD ab. Fehlt es, rechnet Halo
in Software; das ist langsamer, aber es läuft. Zum blossen Umpacken wird gar
keine Hardware gebraucht, und das ist der Weg, der den meisten Beständen
hilft.
Entwickeln
dotnet test # 180 Tests
dotnet run --project src/Halo.Api # auf http://localhost:5000
Ohne gesetzte Variablen legt der Server data/, cache/ und transcode/
neben dem Programm an.
# Image bauen, beide Architekturen
docker buildx build --platform linux/amd64,linux/arm64 -t halo:dev .
# Eine Migration nach einer Modelländerung
dotnet ef migrations add <Name> --project src/Halo.Data --startup-project src/Halo.Api --output-dir Migrations
Migrationen wandern beim Start des Servers, nicht über ein eigenes Kommando.
Aufbau
| Projekt | Aufgabe |
|---|---|
Halo.Core |
Domäne: Benutzer, Anmeldung, Bibliotheken. Kennt kein HTTP und keine Datenbank |
Halo.Data |
EF Core, SQLite, Migrationen |
Halo.Metadata |
TMDB und die Bildablage. Hinter einer Schnittstelle, damit alles andere ohne Netz prüfbar bleibt |
Halo.Api |
Endpunkte, Authentifizierung, Auslieferung der Oberfläche |
Was sicherheitsrelevant ist, liegt in Halo.Core — dort ist es ohne Server
prüfbar, und die Tests dazu sind die, die am meisten wert sind.
Zwei Entscheidungen, die beim Lesen Fragen aufwerfen
Zeitpunkte liegen als Unix-Millisekunden in der Datenbank, nicht als Text.
SQLite hat keinen Zeittyp; ein DateTimeOffset landet sonst als Text mitsamt
Zonenversatz, und dann steht …T12:00+02:00 neben …T11:00Z — derselbe
Augenblick, als Text aber falsch herum sortiert. EF weigert sich deshalb,
ExpiresAt > jetzt überhaupt zu übersetzen.
Token sind keine JWT. Der Server schlägt sie nach, statt sie zu prüfen. Ein nachgeschlagenes Token lässt sich sofort widerrufen; ein signiertes gilt bis zum Ablauf weiter, und für ein verlorenes Telefon ist das der falsche Satz. In der Datenbank steht nur der Fingerabdruck.
Bestand einlesen
POST /api/v1/libraries/{id}/scan stösst an, antwortet sofort mit 202
GET /api/v1/libraries/{id}/scan Stand: idle | running | enriching | finished | failed
GET /api/v1/movies?search=&skip=&take=
GET /api/v1/series
GET /api/v1/series/{id}/episodes?season=
GET /api/v1/images/{schlüssel}
Der Scan läuft im Hintergrund, nicht in der Anfrage: ein Bestand mit 40 000 Titeln braucht Minuten, und eine so lange offene Anfrage läuft hinter jedem Reverse Proxy ins Zeitlimit. Einer je Bibliothek gleichzeitig.
Zweimal scannen ergibt dasselbe wie einmal. Zugeordnet wird über den Titel aus dem Dateinamen — der angezeigte kommt nach dem ersten Lauf von TMDB und ändert sich dabei.
Metadaten
Ohne TMDB-Schlüssel läuft der Scan trotzdem durch; die Titel bleiben dann bei
den Dateinamen. Der Schlüssel wird unter PUT /api/v1/settings/metadata
hinterlegt und kommt nie wieder heraus — abgefragt wird nur, ob einer da ist.
Bilder werden einmal heruntergeladen und liegen unter HALO_CACHE. Die App
holt sie bei Halo, nicht bei TMDB: sonst bräuchte sie dafür Internet, und TMDB
erführe, wer wann was ansieht.
Anmeldung am Fernseher
Ein Passwort auf der Apple-TV-Fernbedienung zu tippen ist eine Zumutung. Stattdessen:
- Der Fernseher fordert an und bekommt einen sechsstelligen Code für den Bildschirm und einen Abholschein, den nur er kennt.
- Am Telefon, angemeldet, wird der Code bestätigt — dort steht, welches Gerät.
- Der Fernseher holt mit seinem Abholschein das Token ab.
Der Code allein holt nie ein Token ab. Ohne den Abholschein wären sechsstellige Codes ein Türschloss mit einer Million Schlüsseln.
Lizenz
GPL-2.0-only. Abhängigkeiten müssen dazu passen: MIT, BSD oder GPL-2.0.
Apache-2.0 ist ausgeschlossen — Einzelheiten und der Grund stehen in
LICENSES.md.