Phase 0: Repo-Gerüst und vier Verifikations-Spikes

Vier Annahmen des Plans vor jedem Implementierungscode geprüft:

A (SMC):  Lüftersteuerung bestätigt — F0md/F1md (klein!) als Auto/Manuell-
          Umschalter, F0Tg als Ziel, Grenzen aus F0Mn/F0Mx. SMC-Integer sind
          little-endian, nicht big-endian wie im verbreiteten Intel-Beispielcode.
          Ladelimit: CHWA/CH0B/CH0C/bfE0/bfF0 existieren auf Mac17,9 nicht.
          Key noch nicht identifiziert, deshalb smc-diff.sh für eine
          Differenzmessung ohne jeden Schreibzugriff.
B (Media): mediaremote-adapter läuft unter 26.6.1, aus dem Quellcode gebaut.
          Liefert vollständige Metadaten inkl. Cover aus Google Chrome — der
          Fall, den AppleScript nicht erreicht.
C (Audio): Process Tap + privates Aggregate-Device liefern echte Samples
          (469 Callbacks/5 s, 0 stille Puffer). Konflikt gefunden: SoundSource
          6.1.1 mit ARK.driver ist bereits installiert.
D (Group): App-Group-Container ist aus einem nicht-sandboxed Prozess erreichbar.
          Damit trägt die Sandbox-Entscheidung, die Bridge-App entfällt.

Spikes sind Wegwerfcode zur Verifikation, kein Produktionscode.
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Guido Schmit
2026-08-10 16:47:54 +02:00
commit 41ee3cc174
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90
docs/spikes/A-smc.md Normal file
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@@ -0,0 +1,90 @@
# Spike A — SMC-Keys auf Mac17,9 (M5 Pro)
Gemessen am 10.08.2026, macOS 26.6.1 (25G76), **ohne root**, ausschließlich lesend.
Werkzeug: `Spikes/smc-dump.swift`. 3486 Keys insgesamt.
## Ergebnis in einem Satz
**Lüftersteuerung: bestätigt und umsetzbar.** **Ladelimit: Key noch nicht identifiziert**
das Standardverfahren aus AlDente/batt greift auf dieser Maschine nicht, weil die dort benutzten
Keys schlicht nicht existieren.
## Wichtige Querbefunde
**SMC-Integer sind little-endian.** Meine erste BE-Dekodierung ergab Unsinn (Akkuspannung
31023 mV). LE ergibt konsistente Werte, zweifach gegengeprüft:
| Key | Roh | LE-Wert | Gegenprobe |
|---|---|---|---|
| `B0AV` | `AA 2F` | 12202 mV | plausible Zellspannung |
| `CH0V` | `AA 2F 00 00` | 12202 mV | identisch zu `B0AV` |
| `B0AC` | `85 FD` | 635 mA | entlädt; passt zu `PMVR` = 0 W (kein Netzteil) |
| `PPBR` | — | 12,13 W | ≈ 12,2 V × 0,64 A ✓ |
`flt`-Keys sind ebenfalls little-endian IEEE-754. Für die Implementierung heißt das:
**alle Mehrbyte-SMC-Werte little-endian lesen**, entgegen dem verbreiteten Beispielcode, der
big-endian annimmt (der stammt aus der Intel-Ära).
## Lüfter — vollständig nutzbar
Zwei Lüfter vorhanden (`FNum` = 2).
| Key | Typ | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| `F0md` / `F1md` | ui8 | 0 | **Modus: 0 = auto, 1 = manuell** |
| `F0Tg` / `F1Tg` | flt | 2317 / 2502 | Ziel-Drehzahl |
| `F0Ac` / `F1Ac` | flt | 2321 / 2499 | Ist-Drehzahl |
| `F0Mn` / `F1Mn` | flt | 2317 | Minimum |
| `F0Mx` / `F1Mx` | flt | 7826 | Maximum |
| `F0St` / `F1St` | ui8 | 5 | Status |
| `FEna` | hex | 07 | Freigabe-Bitmaske |
**Korrektur zur Planannahme:** der Modus-Key heißt `F0md` **klein geschrieben**, nicht `F0Md`.
Mit der Großschreibung aus der Intel-Dokumentation findet man ihn nicht — genau deshalb lief
dieser Spike vor dem Implementierungscode.
`FS! ` (die alte Force-Bitmaske) existiert **nicht**. Der Weg ist also:
`F0md = 1``F0Tg = Wunschdrehzahl`, zurück auf Automatik mit `F0md = 0`.
Der Sicherheitsrahmen aus dem Plan lässt sich damit sauber umsetzen: `F0Mn`/`F0Mx` liefern
die harten Grenzen direkt aus der Firmware, und `F0md = 0` ist ein einzelner, immer
verfügbarer Rückfallbefehl.
## Ladelimit — noch offen
**Nicht vorhanden:** `CHWA`, `CH0B`, `CH0C`, `CH0I`, `CH0J`, `CH0K`, `BCLM`, `bfE0`, `bfF0`.
Damit scheiden sowohl das AlDente-Legacy-Verfahren (`CH0B`/`CH0C`) als auch das
80-%-Flag (`CHWA`) als auch das vollständige Firmware-Backend (`bfD0`/`bfE0`/`bfF0`) aus —
von letzterem existiert nur `bfD0` (hex, 2 Byte, `00 00`).
Vorhanden ist stattdessen ein umfangreicher `CH*`-Satz. Plausible Kandidaten:
| Key | Typ | Wert (LE) | Vermutung |
|---|---|---|---|
| `CHTE` | ui32 | 0 | Ladeziel — 0 könnte „kein Limit" heißen |
| `CHTL` | ui32 | 3600 | untere Schwelle? |
| `CHTU` | ui32 | 4100 | obere Schwelle? (mV je Zelle) |
| `CHBV` | ui32 | 4125 | Ladeschlussspannung mV |
| `CHIL` / `CHIO` | flag | false | Inhibit-Flags |
| `CHSE` / `CHST` / `CHRT` | ui8 | 0 | Status/Steuerung |
**Das bleibt Vermutung, und Vermutungen werden hier nicht geschrieben.** Ein falscher Wert im
Lade-Subsystem ist die eine Operation in diesem Projekt, die Hardware dauerhaft beschädigen kann.
### Nächster Schritt: Differenzmessung statt Raten
macOS hat selbst eine Ladebegrenzung (Systemeinstellungen → Batterie → Batteriezustand →
„Optimiertes Laden" bzw. das 80-%-Limit). Wird sie umgeschaltet, muss sich der zuständige
SMC-Key ändern. `Spikes/smc-diff.sh` nimmt zwei vollständige Dumps auf und zeigt die Differenz —
damit ist der Key **ohne einen einzigen Schreibzugriff** identifizierbar.
Bis dieser Test gelaufen ist, bleibt die Akkukarte reine Anzeige.
## Auswirkungen auf den Plan
1. Phase 6 wird geteilt: **Lüftersteuerung kann gebaut werden**, das Ladelimit wartet auf die
Differenzmessung.
2. Alle SMC-Werte werden little-endian gelesen — betrifft `MetricsProvider` und `OnyxHelper`.
3. `F0Mn`/`F0Mx` werden zur Laufzeit aus der Firmware gelesen statt fest verdrahtet.
4. Lüfterdrehzahlen sind `flt`, nicht `fpe2`.

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@@ -0,0 +1,81 @@
# Spike B — mediaremote-adapter unter macOS 26.6.1
Gemessen am 10.08.2026. Quelle aus dem Git geklont und **selbst kompiliert**, keine
Fremd-Binary geladen: `Spikes/build-mediaremote-adapter.sh` ersetzt das CMake-Setup
des Projekts durch einen direkten clang-Aufruf (cmake ist auf dieser Maschine nicht
installiert).
Projekt: [ungive/mediaremote-adapter](https://github.com/ungive/mediaremote-adapter), BSD-3-Clause,
~400 KB Objective-C plus ein Perl-Skript.
## Ergebnis: funktioniert, auch im schwierigsten Fall
```
perl mediaremote-adapter.pl <framework> <testclient> test → Exitcode 0
```
Exitcode 0 heißt: der Adapter ist berechtigt, MediaRemote zu benutzen. Apples Sperre aus
macOS 15.4 ist damit auf 26.6.1 weiterhin über den Perl-Trampolinweg umgehbar.
### `get` — vollständige Metadaten
Gelesen wurde eine laufende Wiedergabe in **Google Chrome** (YouTube). Das ist der wichtige
Befund: genau diese Quelle erreicht AppleScript nicht, sie ist der Grund für die
Adapter-Ebene überhaupt.
Gelieferte Felder:
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| `title` | „Hanjos große Entdeckung in Thailand! \| Hanjo 2012" |
| `artist` | „FilowLIVE" |
| `album` | `""` |
| `duration` | 3051,04 s |
| `elapsedTime` | 432,06 s |
| `playbackRate` | 1 |
| `playing` | `true` |
| `bundleIdentifier` | `com.google.Chrome` |
| `processIdentifier` | 4525 |
| `artworkData` | JPEG, base64 |
| `artworkMimeType` | `image/jpeg` |
| `timestamp` | `2026-08-10T14:22:16Z` |
| `contentItemIdentifier` | UUID |
Das Cover kam sofort mit — die Warnung aus der Projekt-README („artwork often takes a bit of
time") traf hier nicht zu, ist aber weiterhin einzuplanen.
### `stream` — der Modus, den Onyx benutzt
Zeilenweises JSON auf stdout:
```json
{"type":"data","diff":false,"payload":{}}
{"type":"data","diff":false,"payload":{"title":"…","elapsedTime":432.06,}}
```
Erst ein leerer Payload, dann der vollständige. `diff` unterscheidet Voll- von
Teilaktualisierung — der Parser in `MediaProvider` muss beide Fälle behandeln und darf bei
einem leeren Payload **nicht** auf „nichts läuft" schließen.
`elapsedTime` wird nicht sekündlich nachgeliefert. Die Fortschrittsanzeige muss zwischen den
Ereignissen lokal hochzählen, ausgehend von `elapsedTime` + `timestamp` + `playbackRate`,
sonst steht der Scrubber still.
## Nicht getestet
Die Steuerbefehle (`send`, `seek`, `shuffle`, `repeat`, `speed`) wurden **absichtlich nicht**
ausgeführt — sie hätten die laufende Wiedergabe des Nutzers angehalten oder verstellt. Die
Prüfung erfolgt in Phase 4 an einer eigens gestarteten Wiedergabe.
## Auswirkungen auf den Plan
1. Die Kaskade aus dem Plan bleibt, aber die Gewichtung verschiebt sich: der Adapter deckt
mehr ab als erwartet, AppleScript ist reiner Rückfall.
2. Der Adapter wird **aus dem Quellcode mitgebaut**, nicht als Fremd-Binary eingebunden.
`Spikes/build-mediaremote-adapter.sh` wandert dafür als Build-Phase ins Xcode-Projekt.
Vorteil: kein blind eingebundenes Binärartefakt, und die Ad-hoc-Signatur passt zum
restlichen Bundle.
3. Die Perl-Datei und das Framework kommen nach `Onyx/Resources/Vendor/` und werden
**nicht** gelinkt (sonst greift Apples Entitlement-Prüfung im eigenen Prozess).
4. `disable-library-validation` in den Entitlements ist bestätigt nötig — das Framework ist
ad-hoc signiert, der Host wird es mit Team-Zertifikat sein.

64
docs/spikes/C-audiotap.md Normal file
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@@ -0,0 +1,64 @@
# Spike C — Core Audio Process Taps auf M5 Pro / macOS 26.6.1
Gemessen am 10.08.2026. Werkzeug: `Spikes/audiotap-probe.swift`, signiert mit dem
Team-Zertifikat. Der Tap lief mit `muteBehavior = .unmuted` — der Spike hört nur zu und
verändert die Wiedergabe nicht.
## Ergebnis: bestätigt
| Schritt | Ergebnis |
|---|---|
| `kAudioHardwarePropertyProcessObjectList` | 35 Audio-Prozesse, mit PID, Bundle-ID und `IsRunningOutput` |
| `AudioHardwareCreateProcessTap` | erzeugt, Tap-Objekt 195, Format 48 kHz / 2 Kanäle / 32 bit Float |
| `AudioHardwareCreateAggregateDevice` (privat) | erzeugt, Device 196 |
| IOProc über 5 s | 469 Callbacks (93/s), 480 256 Frames, Spitzenpegel 0,4516, **0 stille Puffer** |
480 256 Frames ÷ 2 Kanäle ÷ 5 s = 48 025 Hz — deckt sich exakt mit der Abtastrate.
93 Callbacks/s entsprechen ~512 Frames je Puffer, also rund 10,7 ms Latenz. Für einen
Lautstärkemixer unkritisch.
Der bekannte Fehlerfall „Puffer laufen nach einiger Zeit auf Null" trat im 5-Sekunden-Fenster
nicht auf. Das widerlegt ihn nicht — der Watchdog aus dem Plan bleibt.
**Kein TCC-Dialog erschienen.** Das ist noch kein Freibrief: `.unmuted` ist der harmlose Fall.
Ob `.mutedWhenTapped` — der Modus, den der Mixer wirklich braucht — eine Berechtigung anfordert,
muss in Phase 7 gegengeprüft werden.
## Fallstrick beim Bauen
Die verbreitete Kurzform für Core-Audio-Property-Arrays
```swift
var out = [T](repeating: unsafeBitCast(0 as Int, to: T.self), count: count)
```
**stürzt mit SIGTRAP ab**: `unsafeBitCast` verlangt identische Größen, `Int` hat 8 Byte,
`AudioObjectID` 4. Da stdout in eine Pipe voll gepuffert ist, kam nicht einmal die erste
Zeile Ausgabe — der Absturz sah aus wie ein stiller Fehlstart. `MetricsProvider` und
`AudioProvider` verwenden deshalb die Variante über `UnsafeMutableRawPointer.allocate`
mit `MemoryLayout<T>.stride`.
## Konflikt: SoundSource ist bereits installiert
Die Prozessliste zeigt `com.rogueamoeba.soundsource` und `com.rogueamoeba.arkaudiod`,
dazu liegt `/Library/Audio/Plug-Ins/HAL/ARK.driver` im System. **SoundSource 6.1.1** ist
Rogue Amoebas Per-App-Lautstärkemixer — funktional genau das, was Phase 7 bauen soll.
Zwei Folgen:
1. **Doppelung.** Der Mixer aus Phase 7 wäre ein Nachbau einer bereits vorhandenen,
ausgereiften und bezahlten App.
2. **Technisches Risiko.** ARK.driver ist ein HAL-Plugin, das Audio abfängt, bevor es das
Ausgabegerät erreicht. Leitet SoundSource einen Prozess bereits um, sieht ein
Onyx-Process-Tap auf denselben Prozess unter Umständen nichts mehr — oder beide Ebenen
schalten sich gegenseitig stumm. Sauber vorhersagen lässt sich das nicht; es müsste
gemessen werden.
Vor Phase 7 zu klären. Bis dahin ist der Befund neutral festgehalten, nicht entschieden.
## Nebenbefund
`Alcove.app` und `Sapphire.app` sind beide installiert — also die beiden Apps, die als Vorbild
genannt wurden. Für die Notch-Shell in Phase 1 heißt das: mindestens eine davon greift
denselben Bildschirmbereich ab. Für die Entwicklung sollten sie beendet sein, sonst überlagern
sich Hover-Zonen und die Panels streiten sich um dieselbe Fläche.

45
docs/spikes/D-appgroup.md Normal file
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@@ -0,0 +1,45 @@
# Spike D — App-Group-Container ohne Sandbox
Gemessen am 10.08.2026. Werkzeug: `Spikes/appgroup-probe.swift`,
gebaut und signiert über `Spikes/build-appgroup-probe.sh`.
## Ergebnis: bestätigt
Ein **nicht sandboxed** Prozess, signiert mit `Apple Development (PP34X97WS3)` und der
Entitlement `com.apple.security.application-groups`, erhält den Container:
```
/Users/scarriffle/Library/Group Containers/PP34X97WS3.group.com.scarriffleservices.calendarr
```
- `containerURL(forSecurityApplicationGroupIdentifier:)` liefert einen Pfad, nicht `nil`
- Schreibzugriff vorhanden
- `CFNotificationCenterAddObserver` auf dem Darwin-Center registriert ohne Fehler
Damit ist die Kernannahme des Plans belegt: Onyx kann nicht-sandboxed sein — und damit
IOKit, den privilegierten Helper und den MediaRemote-Adapter nutzen — **und** trotzdem den
Calendarr-Snapshot über `CalendarrCore` lesen. Die Bridge-App als Rückfalloption entfällt.
## Zustand des Containers
```
.com.apple.containermanagerd.metadata.plist
Library/
```
Kein `widget-cache.json`. Die Calendarr-Mac-App ist auf dieser Maschine noch nie gelaufen,
`SnapshotStore().read()` wird also korrekt `.neverWritten` liefern. Das ist der erste Zustand,
den das Kalender-Widget behandeln muss, und der einzige, der sich derzeit real testen lässt.
Anmerkung: das Verzeichnis existierte vor diesem Spike nicht — `containermanagerd` legt es beim
ersten Zugriff an. Ein vorhandener Container ist also **kein** Beleg dafür, dass Calendarr
jemals geschrieben hat. Genau deshalb ist `.neverWritten` ein eigener Zustand und nicht
„Datei fehlt".
## Offener Punkt
Der Spike signiert eine nackte Binary ohne Provisioning-Profil. Das App-Bundle bekommt von
Xcode ein eingebettetes Profil — das ist der weniger strenge Fall, der Zugriff kann dort nicht
schlechter sein. Beim ersten echten Build wird trotzdem gegengeprüft, dass `containerURL`
nicht `nil` ist; das ist laut Integrationsanleitung der Fehler, der sich sonst als leere App
ohne jede Meldung zeigt.