# Halo-Server Ein Medienserver, der dieselben Dinge kann wie Jellyfin — und zwei, die dort nicht gehen. **Stand: Stufe 3 von 5.** Benutzer, Anmeldung, Einrichtung, Bestand einlesen, Metadaten — und **Download mit allen Ton- und Textspuren**, der Grund für dieses Projekt. Was noch fehlt: Streamen mit Umrechnen (HLS), Fortschritt und Gesehen-Status, Live TV. Der Entwurf samt Begründungen steht in [`docs/superpowers/specs/2026-10-03-halo-server-design.md`](../docs/superpowers/specs/2026-10-03-halo-server-design.md). ## Warum **Download mit allen Tonspuren.** Jellyfins Transcode-Endpunkt bildet eine Tonspur je Sitzung ab; was offline landet, ist einspurig, und welche Spur es ist, entscheidet der Server. Einmal war es die Audiodeskription — drei Gigabyte Mobilfunk für eine Datei, die niemand hören wollte. **Fortschritt ohne Schwelle.** Jellyfin merkt sich unterhalb eines Mindestanteils gar nichts. Wer zehn Minuten sieht und abbricht, findet beim nächsten Mal keinen Anknüpfungspunkt. ## Betreiben ```bash cp docker-compose.example.yml docker-compose.yml # Pfade anpassen — jeder darin ist ein Beispiel, keiner stimmt bei dir. docker compose up -d ``` Dann `http://localhost:8080` öffnen; der Einrichtungsassistent legt das erste Administratorkonto an. Danach verschliesst sich dieser Weg von selbst. ### Einstellungen | Variable | Bedeutung | Voreinstellung im Image | |---|---|---| | `HALO_DATA` | Datenbank und Einstellungen. **Das Einzige, was gesichert werden muss.** | `/config` | | `HALO_CACHE` | Bilder und Zwischenstände. Darf verlorengehen. | `/cache` | | `HALO_TRANSCODE` | Kratzplatz fürs Umrechnen. Am besten auf eine SSD. | `/transcode` | | `ASPNETCORE_URLS` | Worauf gelauscht wird | `http://+:8080` | | `TZ` | Zeitzone | `UTC` | | `HALO_RATELIMIT_SIGNIN` | Anmeldeversuche je Minute und Adresse | `10` | | `HALO_RATELIMIT_POLLING` | Nachfragen je Minute und Adresse | `120` | **Medienpfade stehen hier nicht.** Sie werden in der Oberfläche als Bibliotheken angelegt und liegen in der Datenbank — sonst müsste der Container neu starten, um eine Bibliothek hinzuzufügen. ### Rechte Das Image läuft als `1000:1000`, **nicht als root**. Gehören die eingehängten Verzeichnisse jemand anderem, trage in der Compose-Datei `user: ":"` ein (`id -u` und `id -g` auf dem Wirt sagen, welche) oder übereigne sie mit `chown`. Stimmt etwas nicht, bricht der Server **beim Start** ab und nennt Variable, Pfad, seine eigene Kennung und den nächsten Schritt. Das ist Absicht: ohne diese Meldung stünde dort nur „unable to open database file". ### Hardware fürs Umrechnen `/dev/dri` durchreichen — VAAPI deckt Intel wie AMD ab. Fehlt es, rechnet Halo in Software; das ist langsamer, aber es läuft. **Zum blossen Umpacken wird gar keine Hardware gebraucht**, und das ist der Weg, der den meisten Beständen hilft. ## Entwickeln ```bash dotnet test # 238 Tests dotnet run --project src/Halo.Api # auf http://localhost:5000 ``` Ohne gesetzte Variablen legt der Server `data/`, `cache/` und `transcode/` neben dem Programm an. ```bash # Image bauen, beide Architekturen docker buildx build --platform linux/amd64,linux/arm64 -t halo:dev . # Eine Migration nach einer Modelländerung dotnet ef migrations add --project src/Halo.Data --startup-project src/Halo.Api --output-dir Migrations ``` Migrationen wandern **beim Start** des Servers, nicht über ein eigenes Kommando. ### Aufbau | Projekt | Aufgabe | |---|---| | `Halo.Core` | Domäne: Benutzer, Anmeldung, Bibliotheken. Kennt kein HTTP und keine Datenbank | | `Halo.Data` | EF Core, SQLite, Migrationen | | `Halo.Media` | ffprobe und ffmpeg. Als eigene Prozesse, nicht eingebunden | | `Halo.Metadata` | TMDB und die Bildablage. Hinter einer Schnittstelle, damit alles andere ohne Netz prüfbar bleibt | | `Halo.Api` | Endpunkte, Authentifizierung, Auslieferung der Oberfläche | Was sicherheitsrelevant ist, liegt in `Halo.Core` — dort ist es ohne Server prüfbar, und die Tests dazu sind die, die am meisten wert sind. ### Zwei Entscheidungen, die beim Lesen Fragen aufwerfen **Zeitpunkte liegen als Unix-Millisekunden in der Datenbank, nicht als Text.** SQLite hat keinen Zeittyp; ein `DateTimeOffset` landet sonst als Text mitsamt Zonenversatz, und dann steht `…T12:00+02:00` neben `…T11:00Z` — derselbe Augenblick, als Text aber falsch herum sortiert. EF weigert sich deshalb, `ExpiresAt > jetzt` überhaupt zu übersetzen. **Token sind keine JWT.** Der Server schlägt sie nach, statt sie zu prüfen. Ein nachgeschlagenes Token lässt sich **sofort** widerrufen; ein signiertes gilt bis zum Ablauf weiter, und für ein verlorenes Telefon ist das der falsche Satz. In der Datenbank steht nur der Fingerabdruck. ## Bestand einlesen ``` POST /api/v1/libraries/{id}/scan stösst an, antwortet sofort mit 202 GET /api/v1/libraries/{id}/scan Stand: idle | running | enriching | finished | failed GET /api/v1/movies?search=&skip=&take= GET /api/v1/series GET /api/v1/series/{id}/episodes?season= GET /api/v1/images/{schlüssel} ``` **Der Scan läuft im Hintergrund**, nicht in der Anfrage: ein Bestand mit 40 000 Titeln braucht Minuten, und eine so lange offene Anfrage läuft hinter jedem Reverse Proxy ins Zeitlimit. Einer je Bibliothek gleichzeitig. Zweimal scannen ergibt dasselbe wie einmal. Zugeordnet wird über den Titel **aus dem Dateinamen** — der angezeigte kommt nach dem ersten Lauf von TMDB und ändert sich dabei. ### Metadaten **Halo bringt einen TMDB-Zugang mit** — es läuft ohne Einrichtung. Wer lieber seinen eigenen benutzt, hinterlegt ihn unter `PUT /api/v1/settings/metadata`; der sticht den mitgelieferten. Abgefragt werden kann nur, *ob* einer da ist und ob es der mitgelieferte ist — der Zugang selbst kommt nie zurück. Hinterlegt werden kann beides, was auf TMDBs Kontoseite steht: der **API Read Access Token** (empfohlen — er geht als `Authorization`-Kopfzeile hinaus, nicht in der Adresse, und kann nur lesen) oder der ältere **API Key**. Die Sprache steht auf `en-US` und wird in denselben Einstellungen umgestellt. Bilder werden einmal heruntergeladen und liegen unter `HALO_CACHE`. Die App holt sie bei Halo, nicht bei TMDB: sonst bräuchte sie dafür Internet, und TMDB erführe, wer wann was ansieht. **Der Hinweis auf TMDB ist Pflicht, keine Höflichkeit.** Deren Bedingungen verlangen Logo und einen festen Satz. Beides liefert `GET /api/v1/system/info` unter `attributions` — ohne Anmeldung abrufbar, damit ein Client es auch auf dem Anmeldebildschirm zeigen kann. Jeder Client muss es anzeigen. ## Herunterladen — mit allen Spuren ``` GET /api/v1/files/{id}/delivery was passieren wird, bevor etwas passiert GET /api/v1/files/{id}/download die Datei — oder 202, solange umgepackt wird ``` **`delivery` zuerst fragen.** Dort steht, ob die Datei unverändert hinausgeht oder umgepackt wird, welche Tonspuren dabei neu gerechnet werden müssen und welche Untertitel nicht mitkönnen. Drei Gigabyte zu laden und erst danach zu merken, dass die Untertitel fehlen, war der Anlass für dieses Projekt. **Alle Tonspuren kommen mit.** Der Plan hat kein Feld „welche Tonspur" — es gibt nichts auszuwählen, weil alle mitgehen. Sprachkennungen und Spurnamen überstehen das Umpacken; nachgewiesen an einer Datei mit „Deutsch" und „Audiodeskription", die sich allein am Namen unterscheiden. **Das Bild wird nie angefasst.** Es wandert Byte für Byte in die MP4. Nur Tonspuren in Codecs, die das Gerät nicht kennt — DTS, TrueHD —, werden neu gerechnet, und auch dann keine einzige Bildzeile. **Bildbasierte Untertitel fallen weg.** PGS und VobSub passen in keine MP4. Das steht in `delivery` unter `subtitlesDropped`, statt stillschweigend zu geschehen. **Umgepackt wird auf die Platte, nicht in die Antwort.** Der bequeme Weg wäre, ffmpeg unmittelbar durchzureichen — dann kennt aber niemand die Länge im Voraus: kein Fortschrittsbalken, kein Fortsetzen, kein Springen. Dafür gibt es `HALO_TRANSCODE`. | Variable | Bedeutung | Voreinstellung | |---|---|---| | `HALO_FFMPEG` | Pfad zu ffmpeg | `ffmpeg` | | `HALO_FFPROBE` | Pfad zu ffprobe | `ffprobe` | ## Anmeldung am Fernseher Ein Passwort auf der Apple-TV-Fernbedienung zu tippen ist eine Zumutung. Stattdessen: 1. Der Fernseher fordert an und bekommt einen **sechsstelligen Code** für den Bildschirm und einen **Abholschein**, den nur er kennt. 2. Am Telefon, angemeldet, wird der Code bestätigt — dort steht, welches Gerät. 3. Der Fernseher holt mit seinem Abholschein das Token ab. **Der Code allein holt nie ein Token ab.** Ohne den Abholschein wären sechsstellige Codes ein Türschloss mit einer Million Schlüsseln. ## Lizenz **GPL-2.0-only.** Abhängigkeiten müssen dazu passen: MIT, BSD oder GPL-2.0. **Apache-2.0 ist ausgeschlossen** — Einzelheiten und der Grund stehen in [`LICENSES.md`](../LICENSES.md).